3 gemeldete Sperrungen am Großglockner – mit voraussichtlichem Ende, dazu Streckenzustand und Gefahrenstellen.
Aktuell gesperrt
Strecke / Stelle
Was & warum
Bis wann
Großglockner Hochalpenstraße, Fusch an der Glocknerstraße – Heiligenblut
Die Großglockner Hochalpenstraßen AG sperrt die Mautstraße über den Winter wegen der Schneemengen. Befahrbar ist sie von Anfang Mai bis Anfang November, der genaue Termin hängt von der Räumung im Frühjahr ab.
Wintersperre Anfang November bis Anfang Mai
Großglockner Hochalpenstraße, Mautstellen Ferleiten und Heiligenblut
Außerhalb der Öffnungszeiten gilt ein behördlich verordnetes Nachtfahrverbot. Geöffnet ist bis 31. Mai von 6 bis 20 Uhr, vom 1. Juni bis 31. August von 5.30 bis 21 Uhr, ab 1. September von 6 bis 19.30 Uhr. Die letzte Einfahrt ist jeweils 45 Minuten vor der Nachtsperre.
Nachtfahrverbot, letzte Einfahrt 18.45 bzw. 20.15 Uhr
Großglockner Hochalpenstraße, Stichstraße zur Edelweißspitze
Die Auffahrt zur Edelweißspitze ist für Wohnmobile und Camper über 3,5 Tonnen gesperrt. Übernachten und Campen sind auf der gesamten Hochalpenstraße untersagt, sie liegt im Schutzgebiet.
dauerhaft
Stand: 30.07.2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.
Streckenlage
Streckenzustand am Großglockner: Höhe, Pflaster und Fahrtechnik
Hochplateau der Glocknerstraße unter einer Föhnwolke
Die Großglockner-Hochalpenstraße ist mit rund 48 Kilometern Länge die höchstgelegene befestigte Passstraße Österreichs und führt mitten durch den Nationalpark Hohe Tauern. Sie beginnt in Bruck an der Großglocknerstraße im Pinzgau, überwindet zwei Gebirgspässe – das Fuscher Törl und das Hochtor – und endet in Heiligenblut in Kärnten. Die eigentliche Mautstrecke liegt zwischen Ferleiten auf der Salzburger Seite und Heiligenblut auf der Kärntner Seite. Zu fahren sind 36 Kehren, die Franz Wallack in den 1930er-Jahren für den Ausflugsverkehr trassiert hat und nicht für den kürzesten Weg – entsprechend großzügig fallen die Radien aus. Anspruchsvoll ist deshalb nicht die Kurventechnik, sondern die Höhe: Das Hochtor liegt am Tunnelportal bei 2504 Metern, der höchste mit dem Fahrzeug erreichbare Punkt, die Edelweißspitze, sogar bei 2571 Metern.
Genau diese Höhe ist der Hauptfaktor für die Sicherheit. Wetterstürze kommen schnell, und Schnee ist hier oben selbst im Hochsommer keine Seltenheit. Während es im Tal noch 25 Grad hat, kann es am Fuscher Törl oder am Hochtor zweistellig kälter und nass sein. Wer im T-Shirt losfährt, friert oben erbärmlich und verliert Konzentration und Feingefühl an den Bremsen – beides braucht man auf einer Hochgebirgsstraße aber dringend. Sinnvoll ist gestaffelte, winddichte Kleidung, dazu Regen- und Kälteschutz griffbereit. Nebel kann die Sicht innerhalb von Minuten auf wenige Meter drücken; dann hilft nur Tempo raus und Licht an.
Die Stichstraße zur Edelweißspitze
Vom Fuscher Törl zweigt eine rund 1,6 Kilometer lange Stichstraße zur Edelweißspitze ab. Dieser oberste Abschnitt ist mit Kopfsteinpflaster belegt, und der Wechsel vom Asphalt kommt ohne Vorwarnung. Bei Nässe wird das Pflaster glatt, eng sind die Kehren obendrein. Hier gilt: ruhig, gleichmäßig, kein abrupter Lastwechsel, lieber im niedrigen Gang ziehen lassen. Der Lohn oben ist der weiteste Rundblick der ganzen Straße, mit Sicht auf zahlreiche Dreitausender. Direkt unterhalb, am Fuscher Törl und am Oberen Nassfeld, gibt es ausgewiesene Parkflächen und Einrichtungen speziell für Motorradfahrer.
Wildtiere, Nachtsperre und Streckenpflege
Im Nationalpark queren Wildtiere die Straße – Murmeltiere sieht man am häufigsten, daneben Gämsen und im hochgelegenen Gelände auch Steinböcke. Gerade in den Morgen- und Abendstunden ist erhöhte Aufmerksamkeit Pflicht. Die Straße ist außerhalb der Öffnungszeiten nachts gesperrt; ein behördliches Nachtfahrverbot verhindert, dass man nach Betriebsschluss noch hochfährt. Die Betreibergesellschaft GROHAG (Großglockner Hochalpenstraßen AG) hält die Straße baulich auf hohem Stand: Kurvenmarkierungen in uneinsichtigen Linkskehren, griffiger Belag bei Erneuerungen und der schrittweise Austausch scharfkantiger Leitplanken durch Leitschienen gehören dazu. An den Mautstellen und an den Biker-Punkten an der Edelweißspitze und an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe gibt es bevorzugte Abfertigung für Motorräder sowie absperrbare Fächer für Helm und Ausrüstung – praktisch, wenn man die Maschine für einen Spaziergang oder eine Pause stehen lässt.
Fahrtechnik in der Höhe
Die Kehren der Glocknerstraße sind weit und gut einsehbar angelegt – sie verlangen keine Rennfahrer-Technik, sondern Übersicht und Gleichmaß. Wer untertourig und ruhig fährt, kommt souveräner durch die engen 180-Grad-Kurven als mit hektischen Gasstößen. Wichtig ist, die Bremsen nicht zu überfordern: Auf der langen Talfahrt von der Edelweißspitze oder vom Hochtor hinunter neigen Bremsen zum Fading, wenn man sie dauerhaft schleifen lässt. Besser mit Motorbremse arbeiten und früh zurückschalten. Die Höhe kostet zudem Motorleistung – Sauger ziehen oben spürbar zäher als im Tal. Wer das einkalkuliert, fährt entspannter und überholt nicht in Situationen, in denen die fehlende Leistung zur Falle wird.
Österreichische Regeln, die man als Fahrer kennen muss
Auf österreichischen Autobahnen gilt die Vignettenpflicht – auch für Motorräder. Die Glocknerstraße selbst ist keine Autobahn, sondern eine private Mautstraße der GROHAG mit eigener Sondermaut. Für ein Motorrad-Tagesticket muss man also separat zahlen; online vorab ist es günstiger als an der Mautstelle. Beim sonstigen Tempolimit gelten in Österreich innerorts 50 km/h, auf Freilandstraßen 100 km/h und auf Autobahnen 130 km/h. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 Promille, für Fahranfänger in der Probezeit bei 0,1. Ein Thema, das speziell Motorradfahrer betrifft: In einzelnen Salzburger und Tiroler Bezirken gibt es Lärmkontrollen; im Tiroler Außerfern etwa dürfen Motorräder eine Standgeräusch-Grenze von 95 dB(A) nicht überschreiten, sonst drohen Strafen oder Fahrverbote. Wer mit serienmäßigem Auspuff unterwegs ist, hat damit in der Regel kein Problem – aber lautstarkes Hochdrehen in den Ortschaften zieht Aufmerksamkeit auf sich, die man nicht braucht. Bei einer Panne hilft der österreichische Automobilclub ÖAMTC unter der Nummer 120, der allgemeine Notruf ist die 112.
Streckenlage
Streckensperrungen als Planungsrahmen: Winterschließung, Nachtsperre und Kurzfrist-Sperren
Die Hochalpenstraße ist keine ganzjährige Verbindung, sondern eine Saisonstraße mit fester Schließung. Im Winter ist sie zu, und zwar vollständig — es gibt keine Teilöffnung bis zu einem Zwischenpunkt und keine Ausnahmeregelung für Anlieger, weil oben niemand wohnt. Die Freiräumung im Frühjahr dauert Wochen, weil auf den Kammlagen keine Schneedecke, sondern Verwehungen von mehreren Metern abgetragen werden müssen. Der genaue Öffnungstermin hängt jedes Jahr an der Schneelage und wird kurzfristig festgelegt. Im Spätherbst ist es umgekehrt: Ein früher Wintereinbruch beendet die Saison, auch wenn danach noch schöne Tage kommen.
Mautstelle an der Nordauffahrt zur Glocknerstraße
Innerhalb der Saison gilt zusätzlich eine Nachtsperre. Die Schranken an den Mautstellen schließen am Abend, die letzte Einfahrt liegt davor, und wer die Straße als Nachtetappe einplant, plant sie falsch. Das ist kein rein administrativer Rahmen: Nachts kühlt die Fahrbahn oben schnell unter den Gefrierpunkt, und Wildwechsel ist in der Dämmerung am stärksten.
Dazu kommen kurzfristige Sperren innerhalb der Saison. Neuschnee, Glatteis, Gewitter mit Hagel, Steinschlag oder Bauarbeiten führen dazu, dass ein Abschnitt oder die ganze Strecke für Stunden dicht ist. Diese Sperren stehen nicht im Kalender. Wer eine Weiterfahrt nach Süden fest eingeplant hat, sollte deshalb wissen, wie er ohne die Straße ans Ziel käme.