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Großglockner

Motorradtouren am Großglockner

Strecken-Achsen, Bikertreffs, Tankstellen und fertige Tagesrunden – alles zum Fahren.

Touren aus dem M&R-Tourenportal

Von der Redaktion gefahren und dokumentiert – mit Karte und GPX-Track zum Nachfahren.

Österreich vom Allerfeinsten
1060 km

Österreich vom Allerfeinsten

17 kleine historische Städte liegen wie Perlen auf einer 3.500 Kilometer langen Landstraßenstrecke, die kreuz und quer durch Österreich führen. Auf vier Etappen geht es von Steyr bis nach Hallein.

Oberbayerischen Seen und Salzburger Land
430 km

Oberbayerischen Seen und Salzburger Land

Diese Tour widmet sich den Seen Oberbayerns mit Abstechern in das Salzburger Land und nach Tirol. Der Start ist wahlweise in Saalbach oder am Chiemsee.

Sonnenaufgangstour zum Großglockner – Salzburger Land
430 km

Sonnenaufgangstour zum Großglockner – Salzburger Land

Schon früh im Mai startete unser erstes Lesertreffen im M&R-Hotel Sonnegg in Saalbach. Die Sonnenaufgangstour zum Großglockner ist dabei immer ein ganz besonderes Highlight.

Großglockner-Hochalpenstraße & der Nationalpark Hohe Tauern
380 km

Großglockner-Hochalpenstraße & der Nationalpark Hohe Tauern

Seit Jahrzehnten ziehen der Großglockner und die Hochalpenstraße mit hunderten Kehren und fantastischem Panorama Motorradfahrer aus ganz Europa an.

Schloss Hellbrunn – Salzburger Land
290 km

Schloss Hellbrunn – Salzburger Land

Im Salzburger Land erwartet uns auf einer kurvenreichen Strecke das Schloss Hellbrunn samt Oldtimer-Rallye.

Kaiserbachtal & Walchsee – Salzburger Land
280 km

Kaiserbachtal & Walchsee – Salzburger Land

Die Gebirgslandschaft rund um den Großglockner ist immer eine Reise wert. Zum Start der Leserwoche geht es durch Kaiserbachtal.

Alle 40 Großglockner-Touren mit Karte und GPX-Track im Tourenportal von Motorrad & Reisen.Motorradtouren am Großglockner mit GPX-Tracks
Die schönsten Alpenpässe am Großglockner – mit Höhen, Streckencharakter und Maut-Hinweisen auf der eigenen Pässe-Seite.Alle Alpenpässe am Großglockner ansehen

Wenn der Glockner zumacht: Felbertauern und Gerlos richtig einsetzen

Die Großglockner-Hochalpenstraße ist eine reine Sommerstraße mit nächtlicher Sperre — für die Nord-Süd-Verbindung durch die Hohen Tauern taugt sie nur bei gutem Wetter und nur tagsüber. Wer trotzdem von Salzburg nach Osttirol muss, nimmt die Felbertauernstraße von Mittersill nach Matrei. Ihr Kern ist ein langer Scheiteltunnel, ergänzt um Lawinengalerien an den Rampen — und genau das macht sie ganzjährig und wetterunabhängig befahrbar, während der Glockner im Winter komplett und bei Neuschnee auch mitten in der Saison stundenweise dichtmacht.

Hochplateau der Glocknerstraße unter einer Föhnwolke
Hochplateau der Glocknerstraße unter einer Föhnwolke

Der Unterschied zur zweiten Ausweichroute ist für die Planung entscheidend: Die Gerlos-Alpenstraße nach Westen ist selbst ein offener Alpenpass. Bei tief hängendem Nebel über dem Glockner liefert sie die schönere, aussichtsreiche Umfahrung — bei einem echten Wettersturz mit Kälte und Schnee bekommt der Gerlospass aber dieselben Bedingungen ab wie die Höhenstraße. Wirklich schnee- und wettersicher ist allein der Tunnel. Als Faustregel taugt: Wolken und Nebel auf der Höhe sprechen für die Gerlosstraße, Neuschnee, Regenfront oder Wintersperre für den Felbertauern.

Beide sind eigene Mautstraßen mit je eigenem Tarif. Wer an einem Tag den Glockner mit einer der Anschlussachsen kombiniert, zahlt zwei getrennte Gebühren — das gehört ins Tagesbudget, ist aber der Preis dafür, aus dem bloßen Hin und Zurück über den Berg eine echte Rundtour zu machen.

Das Kopfsteinpflaster zur Edelweißspitze fahren, nicht bekämpfen

Die Stichstraße hinauf zur Edelweißspitze trägt als einziger Abschnitt der ganzen Strecke noch den alten, bewusst erhaltenen Pflasterbelag aus der frühen Zeit der Straße. Der Rest der Hochalpenstraße ist längst moderner, griffiger Asphalt — hier oben fährt man buchstäblich über das historische Original. Fahrerisch ist das kein Hindernis, sondern eine eigene Disziplin, auf die viele unvorbereitet treffen.

Entscheidend ist die Linie, nicht die Kraft. Die runden, in den Fahrspuren teils blank polierten Steine geben bei Nässe kaum Grip; gebremst wird deshalb vor der Kehre, nicht auf dem Pflaster mitten in der Kehre. Wer im engen Radius das Vorderrad festbremst, verliert es. Besser sind ein niedriger Gang, ein gleichmäßiger Gasgriff und Schritttempo — das Motorrad ruhig laufen lassen, statt es zu zwingen.

Bergab ist die schwierigere Richtung. Motorbremse und Pflaster zusammen machen das Hinterrad nervös; also früh zurückschalten, sanft dosieren und die Bremse nur kurz auf ruhiger Linie antippen. Schwere Tourenmaschinen und tiefergelegte Maschinen spüren jeden Stein deutlicher — dafür ist der Abzweig kurz, und der Rundblick vom höchsten mit dem Motorrad erreichbaren Punkt entschädigt für die Mühe. Da die Spitze eine Sackgasse ist, fährt man dasselbe Pflaster gleich zweimal: einmal hoch, einmal wieder herunter.

Mauttor-Zeiten und Stichstraßen: den Tourtag danach legen

Dass die Mautstellen erst morgens öffnen, abends schließen und die Straße nachts gesperrt bleibt, ist mehr als eine Randnotiz — es bestimmt, wie man den Tag legt. Der Glockner ist eine reine Tagesstraße: eine Querung im Morgengrauen oder spät nach Sonnenuntergang, wie sie ein frei befahrbarer Pass erlaubt, gibt es hier nicht.

Für die Abendetappe heißt das: Wer erst am späten Nachmittag Richtung Süden aufbricht, riskiert, die letzte Einfahrt zu verpassen und vor geschlossenem Mauttor zu stehen. Dann bleibt nur der Umweg durchs Tal — und damit ist man wieder bei der Felbertauernstraße, die als einzige Achse auch nach Betriebsschluss und im Dunkeln offen ist. Wer nördlich übernachtet, aber abends in Heiligenblut essen will, plant die Rückfahrt entweder früh oder gleich über den Tunnel.

Der zweite Zeitfresser sind die Stichstraßen. Edelweißspitze, Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und der kurze Abzweig zum Glocknerhaus sind Sackgassen — jede wird hin- und wieder zurückgefahren und kostet damit die doppelte Zeit gegenüber einer durchgehenden Kurve. Wer alle drei mitnimmt, muss das im Zeitbudget einrechnen, sonst gerät die Rückfahrt zur Mautstelle unter den Druck der Schließzeit. Und weil sich der große Parkplatz an der Franz-Josefs-Höhe schon am Vormittag füllt, fährt man die lohnenden Abzweige ohnehin besser früh und nutzt die ruhige Stunde direkt nach der Öffnung.

Fünf fertige Tagesrunden für eine Woche am Großglockner

Wer eine Woche im Pinzgau oder im Mölltal Quartier bezieht, kann jeden Tag eine andere Runde fahren, ohne sich zu wiederholen. Die folgenden fünf Vorschläge führen über die Mautstraßen und Pässe der Region; jede dieser Straßen hat ihren eigenen Betreiber und ihren eigenen Tarif.
Runde 1: Der Klassiker – Glocknerstraße Bruck–Heiligenblut:

Die Königsetappe und das Herzstück jeder Woche. Von Bruck an der Großglocknerstraße über Fusch und Ferleiten hinauf zum Fuscher Törl, Abstecher zur Edelweißspitze, über das Hochtor zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und hinab nach Heiligenblut. Reine Mautstrecke rund 48 Kilometer, mit allen Stopps locker ein halber bis ganzer Tag. Highlight: Pasterze-Blick und Glocknerkulisse. Einkehr: Hütten an der Edelweißspitze und am Fuscher Törl, Gastronomie in Heiligenblut.

Runde 2: Gerlospass und Krimmler Wasserfälle:

Eine genussreiche West-Runde durch den Oberpinzgau. Von Zell am See über Mittersill nach Krimml, dort Stopp an den Krimmler Wasserfällen, weiter über den Gerlospass (Mautstraße, rund 12 Kilometer gut ausgebaut) ins Zillertal und zurück über den Pass Thurn. Highlight: Wasserfälle und die fließenden Kurven des Gerlospasses. Einkehr: Gasthäuser in Krimml und entlang der Gerlosstraße. Eine gute Schönwetter-Alternative, wenn am Glockner Nebel hängt.

Runde 3: Zell am See, Kaprun und Maiskogel:

Die kurze, entspannte Runde für einen Halbtag oder einen Tag mit durchwachsenem Wetter. Vom Standort rund um den Zeller See nach Kaprun, Abstecher zur Talstation der Hochgebirgsstauseen (Auffahrt per Bus, nicht mit dem Motorrad) und zum Fuß des Kitzsteinhorns. Highlight: Stauseen-Kulisse und Gletscherblick ohne lange Anfahrt. Einkehr: reichlich Gastronomie in Kaprun und Zell am See. Ideal als Eingewöhnungstag oder als Ruhetag mit etwas Programm.

Runde 4: Felbertauern-Runde nach Osttirol:

Die große Verbindungsrunde in den Süden. Von Mittersill durch den Felbertauerntunnel (Mautstrecke, Tunnel rund 5,3 Kilometer) nach Matrei in Osttirol und weiter ins Mölltal Richtung Heiligenblut – und über die Glocknerstraße zurück, oder umgekehrt. So lässt sich der Glockner von der Kärntner Seite anfahren. Highlight: Wechsel der Landschaftsräume vom Pinzgau über Osttirol ins Mölltal. Einkehr: Matrei und die Orte im oberen Mölltal. Eine lange, abwechslungsreiche Tagestour – Tank- und Zeitplanung mitdenken.

Runde 5: Nockalmstraße in Kärnten:

Wer ohnehin auf der Kärntner Seite unterwegs ist, hängt einen Tag auf der Nockalmstraße an – einer reinen Panorama-Mautstraße im Süden des Nationalparks zwischen Innerkrems und Ebene Reichenau. Sanfte, runde Nockberge statt schroffer Felsen, viele Kurven, wenig Hektik. Highlight: der völlig andere, weiche Landschaftscharakter der Nockberge als Kontrast zum hochalpinen Glockner. Einkehr: Almgasthäuser entlang der Strecke. Eine gute Wahl für einen Tag, an dem man die ganz große Höhe meiden will.

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