motorradgrossglockner.de
Start Sehenswürdigkeiten

Großglockner

Sehenswürdigkeiten am Großglockner

Sehenswürdigkeiten, Sagen & Kultur – die Stopps, die eine Tour erst rund machen.

Sehenswert

Sehenswürdigkeiten am Großglockner: Pasterze, Edelweißspitze und Heiligenblut

Die Hochalpenstraße ist kein bloßer Verbindungsweg, sondern eine Aneinanderreihung von Aussichts- und Erlebnispunkten – fast alle mit eigenem Parkplatz, der im Mautticket bereits inbegriffen ist. Man kann die Strecke also in Etappen abfahren und an jedem Stopp absteigen.

Kaiser-Franz-Josefs-Höhe und Pasterze

Der berühmteste Aussichtspunkt ist die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf 2369 Metern, das südliche Ende einer Stichstraße ab dem Hochtor-Bereich. Von hier blickt man direkt auf den Großglockner (3798 m), den höchsten Berg Österreichs, und auf die Pasterze, den größten Gletscher der Ostalpen. Der Aussichtspunkt trägt seinen Namen nach Kaiser Franz Joseph I., der 1856 gemeinsam mit Kaiserin Elisabeth („Sisi") hier war. Wichtig zu wissen: Die historische Gletscherbahn, die früher vom Parkplatz zur Pasterze hinabführte, ist seit 2025 nach 61 Betriebsjahren stillgelegt. Wer zum Gletscher hinunterwill, muss heute die rund 522 Stufen selbst gehen – und wieder hinauf. In Motorradklamotten ist das anstrengend; für den reinen Ausblick reicht die Terrasse oben völlig.

Edelweißspitze und Fuscher Lacke

Die Edelweißspitze (2571 m) ist der höchste mit dem Fahrzeug erreichbare Punkt der Straße und bietet den weitesten Rundblick der ganzen Strecke, mit Sicht auf zahlreiche Dreitausender. Oben gibt es eine Hütte, einen Biker-Treffpunkt und reservierte Parkplätze in erster Reihe. Etwas tiefer, zwischen Fuscher Törl und Hochtor, liegt die Fuscher Lacke – ein kleiner Bergsee mit Parkplatz und Infozentrum, ein ruhiger Foto- und Pausenstopp mit Blick auf die umliegenden Gipfel.

Heiligenblut

Am Kärntner Ende der Straße liegt Heiligenblut, dessen gotische Wallfahrtskirche St. Vinzenz (erbaut von 1460 bis 1491) das Ortsbild prägt – mit ihrem schlanken Turm vor der Glocknerkulisse ist sie eines der meistfotografierten Motive der gesamten Alpen. In der Kirche wird die berühmte Heiligblut-Reliquie aufbewahrt. Direkt daneben liegt ein Bergsteigerfriedhof. Heiligenblut eignet sich gut als Wende- oder Übernachtungspunkt für Touren von der Kärntner Seite.

Zell am See, Kaprun und Krimml in Reichweite

Im Pinzgauer Umfeld der Glocknerstraße liegen mehrere lohnende Ziele für Tage, an denen man die Maut nicht zweimal zahlen will. Zell am See am gleichnamigen See ist ein guter Standort mit Werkstätten und Einkehr; der See selbst lädt zu einer entspannten Uferrunde ein, wenn die Beine vom Kehrenfahren eine Pause brauchen. In Kaprun führen die Hochgebirgsstauseen Wasserfallboden und Mooserboden in ein Hochtal; der Zubringer beeindruckt mit in den Fels gesprengten Tunneln und einem der größten Schrägaufzüge Europas (Zustieg per Bus, kein eigenes Befahren). Dahinter erhebt sich das Kitzsteinhorn, dessen Gletscherbahn bis auf 3029 Meter führt. Westlich davon, bei Krimml, stürzen die Krimmler Wasserfälle über 380 Höhenmeter zu Tal – der höchste Wasserfall Österreichs, ein lohnender Abstecher auf der Anfahrt über den Gerlospass.

Kultur & Sagen

Sagen am Großglockner: die Saligen Fräulein und der heilige Briccius von Heiligenblut

Die Hohen Tauern sind reich an alten Sagen, und einige davon hängen unmittelbar an Orten, die man auf der Glocknerstraße passiert. Sie erklären auf ihre Weise, was die Geologie nüchtern beschreibt – und sie erzählen viel über das harte Leben am Berg.

Die Strafe für den Hochmut – die Entstehung der Pasterze

Der Sage nach war das heutige Pasterzental einst fruchtbar und reich. Doch die Bauern sollen in Verschwendungssucht und Hochmut verfallen sein – und zur Strafe sei das ganze Tal mitsamt seinem Umfeld zu Eis erstarrt. So erklärt die Überlieferung die Vergletscherung des Großglocknergebiets. In einer Variante verwandelte ein Zauberer vom Hundstein erst das Wiesbachhorn in Gletschereis; weil er gegenüber den von ihm Bestraften unnachgiebig blieb, wurde er schließlich selbst im Eis – der heutigen Pasterze – eingekerkert. Der Großglockner, so heißt es, steht seither über dem Gletscher und bewacht den Gefangenen. Wer von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe auf das schwindende Eis blickt, hat das Bild dieser Sage direkt vor Augen.

Die Saligen Fräulein

Über die Tauern hinweg, mit Schwerpunkt in Tirol, lebt der Glaube an die Saligen Fräulein – zarte, dem Menschen wohlgesonnene Wesen, die der Sage nach hoch oben unter Fels und Gletscher ein eigenes Reich bewohnen. Sie gelten als Hüterinnen der Wildtiere und der ganzen Bergwelt, sagen das Wetter voraus und sollen Menschen in Not am Gletscher oder Berg gerettet haben. Manchmal, so erzählt man, kamen sie ins Tal hinab und halfen bei der Ernte. Doch wehe dem, der hartherzig war: Wo geizige Bäuerinnen sie abwiesen oder gar verletzten, zogen die Saligen mit Flüchen davon, die sich erfüllten. Und wer eine Begegnung ausplauderte, statt zu schweigen, bekam ihren Zorn zu spüren – Schweigen gehörte zur Abmachung.

Das heilige Blut von Heiligenblut

Der Ortsname Heiligenblut geht auf eine Legende zurück, die das Christentum mit der harten Tauernüberquerung verbindet. Der Sage nach kam der dänische Prinz Briccius um das Jahr 914 bei dem Versuch, die Alpen zu überqueren, in einer Lawine ums Leben. Er trug ein Fläschchen mit dem Blut Christi bei sich, das aus einem Kruzifix in der Hagia Sophia in Konstantinopel geflossen sein soll. Zu Weihnachten 914 fanden Bauern beim Heuen drei grüne Kornähren im Schnee, stießen auf den Leichnam des Prinzen und das Fläschchen mit dem Blut. Seither wird die Reliquie in der Kirche von Heiligenblut bewahrt. Historisch belegt ist die Existenz des Briccius nicht; der Name ist die lateinische Form von „Friedrich", den im Hochmittelalter mehrere Salzburger Bischöfe trugen, die im oberen Mölltal begütert waren – möglicherweise der reale Kern der schönen Legende.

Sehenswert

Wallacks Hochalpenstraße & das Wilfried-Haslauer-Haus: lohnende Stopps für graue Tage

Wenn das Wetter oben dichtmacht, bleibt die Geschichte der Straße als Tagesprogramm. Ausstellungen, Museen und Kirchen entlang der Strecke liegen unter Dach, und die Baugeschichte der Hochalpenstraße füllt einen Regentag ohne Mühe.

Ein Jahrhundertbauwerk der 1930er-Jahre

Die Großglockner-Hochalpenstraße wurde zwischen 1930 und 1935 gebaut – mitten in der Weltwirtschaftskrise, was das Projekt auch zu einem riesigen Arbeitsbeschaffungsprogramm machte. Rund 4000 Arbeiter waren am Bau beteiligt. Möglich gemacht haben das Werk der Salzburger Landeshauptmann Franz Rehrl und der junge Bauingenieur Franz Wallack, der die Straße ab 1924 plante. Im Sommer 1925 erkundete Wallack eigens 30 Alpenpassstraßen und 13 Alpenhauptübergänge, um die beste Linienführung zu finden. Sein erklärtes Ziel war eine Straße, die sich harmonisch in die Hochgebirgslandschaft einfügt – ein Anspruch, der die großzügigen Kehren und die sorgfältige Einbettung ins Gelände erklärt. Am 22. September 1934 überquerten Rehrl und Wallack die Straße erstmals mit dem Auto, einem umgebauten Steyr 100, und brauchten dafür fast sieben Stunden. Die offizielle Eröffnung folgte am 3. August 1935, bereits einen Tag später fand das erste Internationale Großglockner-Rennen statt.

Die Wallack-Fräsen

Wallack blieb der Straße bis zu seinem Tod 1966 verbunden. 1953 entwickelte er eine spezielle Schneeräummaschine, eine Kombination aus Schneefräse und Pflug. Diese Wallack-Fräsen sind im Prinzip bis heute im Einsatz, wenn die Straße im Frühjahr für die neue Saison freigeräumt wird – nicht selten müssen dafür meterhohe Schneewände durchgefräst werden. Dass eine Bergstraße aus den 1930er-Jahren bis heute mit überschaubarem Aufwand betrieben und befahren werden kann, verdankt sie diesem durchdachten Linienverlauf und der frühen Mechanisierung der Schneeräumung.

Alpine Naturschau und Museen

Am Oberen Nassfeld liegt im Wilfried-Haslauer-Haus eine geologisch-ökologische Alpine Naturschau mit angeschlossener Hochgebirgs-Forschungsstation des Hauses der Natur Salzburg – ein guter, überdachter Stopp, der die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Geologie der Tauern erklärt. Entlang der Strecke verteilen sich mehrere weitere Ausstellungen und Themenwege, deren Besuch im Mautticket inbegriffen ist; die Ausstellungen sind in der Regel täglich geöffnet. In Heiligenblut führt die Geschichte rund um die Wallfahrtskirche und den Bergsteigerfriedhof tief in die alpine Erschließungsgeschichte. Im Pinzgau erschließen die Anlagen rund um die Kapruner Stauseen die Geschichte des Kraftwerksbaus der Nachkriegszeit.

Der Gletscher als Geschichtsbuch

Die Pasterze ist heute vor allem ein Dokument des Klimawandels. Der Gletscher zieht sich seit Jahrzehnten deutlich zurück; an der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe markieren Tafeln frühere Eisstände, die heute weit oberhalb des aktuellen Gletscherrandes liegen.

Sehenswert

Wilde Natur der Hohen Tauern: Murmeltier, Steinadler und der Stopp an der Fuscher Lacke

Hochplateau der Glocknerstraße unter einer Föhnwolke
Hochplateau der Glocknerstraße unter einer Föhnwolke

Die Glocknerstraße verläuft vollständig im Nationalpark Hohe Tauern, dem mit rund 1856 Quadratkilometern größten Nationalpark der Alpen, der sich über die Bundesländer Salzburg, Kärnten und Tirol erstreckt. Trotz der extremen Lebensbedingungen beherbergt er ein Drittel aller in Österreich vorkommenden Pflanzenarten und an die 10.000 Tierarten – ein bemerkenswert reicher Naturraum für eine derart hochgelegene Region.

Die „Big Five" der Hohen Tauern

Als die fünf charakteristischen Tierarten des Nationalparks gelten Steinbock, Gämse, Murmeltier, Steinadler und Bartgeier. Am ehesten begegnet man unterwegs den Murmeltieren, deren Pfeifen man an den Hängen oft hört, bevor man sie sieht. Steinböcke halten sich im hochalpinen Fels auf, und mit etwas Glück und einem Blick nach oben sichtet man kreisende Greifvögel. Wer Tiere beobachten will, sollte am frühen Morgen unterwegs sein – dann ist nicht nur die Tierwelt aktiv, sondern auch die Straße noch leer.

Krimmler Wasserfälle

Die Krimmler Ache stürzt in drei Stufen zu Tal; ein gut angelegter Wanderweg mit zahlreichen Kehren führt am Wasserfall entlang nach oben. Schon die unterste Stufe direkt vom Eingang aus ist beeindruckend, wenn man wenig Zeit oder wenig Lust auf den ganzen Aufstieg hat – in Motorradstiefeln eine realistische Einschätzung.

Pausenplätze entlang der Straße

Für eine ruhige Rast eignen sich die ausgewiesenen Parkflächen besonders, die alle im Mautticket enthalten sind. Die Fuscher Lacke mit ihrem kleinen Bergsee ist ein klassischer Pausenplatz, ebenso das Fuscher Törl mit seinem Rundblick. Ein Punkt wird dabei regelmäßig unterschätzt: Eine Pause in der prallen Höhensonne führt trotz kühler Luft zu Sonnenbrand. Wasser und Sonnenschutz gehören deshalb genauso ins Gepäck wie die warme Schicht.

Rücksicht im Schutzgebiet

Der Nationalpark ist Schutzgebiet, und das hat für Besucher konkrete Folgen: Entlang der Straße ist kein Campieren erlaubt, und das Verlassen der ausgewiesenen Wege oder das Annähern an Wildtiere stört die empfindliche Bergwelt. Wer Murmeltiere oder Steinböcke beobachtet, hält Abstand und lockt sie nicht mit Futter an. Müll nimmt man wieder mit. Auf 2500 Metern wächst eine zertretene Fläche über Jahre nicht zu – kleine Eingriffe wiegen hier oben deutlich schwerer als im Tal.

Die Trasse als Bauwerk: Kehrengruppen, Galerien und zwei Scheiteltunnel

Wer die Hochalpenstraße fährt, fährt über ein Ingenieurbauwerk, das sich streckenweise kaum als solches zu erkennen gibt. Die Fahrbahn liegt fast durchgehend auf Stützmauern aus Bruchstein, die aus dem Hang gewonnen und ohne Sichtbeton aufgesetzt wurden. Genau deshalb wirkt die Linie von unten wie ein Band, das in den Fels gelegt wurde, und nicht wie ein Einschnitt. Für den Fahrer hat das eine praktische Folge: Der Fahrbahnrand ist an vielen Stellen die Oberkante des Mauerwerks. Wer zu spät einlenkt, hat keinen Schotterstreifen zum Korrigieren.

Mautstelle an der Nordauffahrt zur Glocknerstraße
Mautstelle an der Nordauffahrt zur Glocknerstraße

Die Strecke gliedert sich in klar unterscheidbare Abschnitte, und es lohnt sich, sie beim Fahren als solche zu lesen. Von Fusch aus geht es zunächst durch ein enges, bewaldetes Tal bis Ferleiten, wo die Mautstelle der Nordseite steht. Danach beginnt der eigentliche Aufstieg über mehrere Kehrengruppen, unterbrochen von langen Hangtraversen bei Piffkar und Hochmais. Oberhalb des Nassfelds öffnet sich das Gelände, die Kurven werden weiter, die Fahrbahn liegt frei am Hang. Vor dem Hauptkamm folgen die beiden Scheiteltunnel: zuerst der kurze Mittertörltunnel, dann das Hochtor, das den Kamm der Hohen Tauern durchsticht. Südlich davon reihen sich Schöneck, Guttal und Kasereck, bevor die Straße ins Mölltal ausläuft.

Die Tunnel sind kurz, aber sie sind der härteste Lichtwechsel der ganzen Fahrt. Draußen Hochgebirgssonne auf hellem Fels, drinnen feuchter, dunkler Beton, dazu ein spürbarer Temperatursprung und oft nasse Fahrbahn, weil Bergwasser durchsickert. Getönte Visiere sind hier eine schlechte Idee.

Warum es neben der Straße nichts gibt

Die gesamte Achse liegt im Nationalpark Hohe Tauern, und das prägt sie stärker als jede Verkehrsplanung. Es gibt keine Zubringer, keine Abkürzungen, keine Ausweichrouten über Almwege. Wer oben unterwegs ist, hat exakt zwei Ausgänge: nach Norden oder nach Süden. Neue Parkflächen entstehen nicht, bestehende werden nicht vergrößert. Wildschutz und Schutzzonen bedeuten außerdem, dass abseits der befestigten Flächen nicht gefahren, nicht gehalten und nicht abgestellt wird. Für die Tourenplanung schlicht: Was auf der Straße passiert, muss auf der Straße gelöst werden. Ein Reserveweg ins Tal existiert nicht.

Zwei Abzweige, zwei völlig verschiedene Fahraufgaben

Von der Hauptachse gehen zwei Stichstraßen ab, die häufig in einem Atemzug genannt werden, obwohl sie fahrerisch nichts miteinander zu tun haben.

Die Edelweißstraße zweigt am Fuscher Törl ab und ist der kürzeste, aber technisch anspruchsvollste Teil der ganzen Region. Sie ist gepflastert, eng, steil und in den Kehren stark verwunden. Das Pflaster ist trocken gut fahrbar, verlangt aber gleichmäßigen Zug am Gas; bei Nässe, Rollsplitt oder Restfeuchte im Schatten wird es glatt. Wer schwer beladen unterwegs ist, mit Sozius fährt oder eine tief übersetzte Maschine bewegt, plant hier Zeit ein statt Schwung. Am oberen Ende ist Wenden auf engem Raum die eigentliche Aufgabe, nicht die Auffahrt.

Die Gletscherstraße zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe zweigt auf der Kärntner Seite bei Guttal ab und ist das Gegenteil: breit, asphaltiert, mit langen Traversen über dem Tal und weiten Radien. Sie führt in eine Sackgasse und endet an einem Parkdeck über dem Gletschervorfeld. Fahrerisch ist das die entspannteste Passage der Region, verkehrlich die dichteste, weil sich hier Reisebusse, Wohnmobile und Tagesgäste sammeln. Die Rückfahrt auf derselben Trasse fährt sich deutlich anders als die Hinfahrt, weil man nun talwärts blickt und die Kurvenfolge in umgekehrter Reihenfolge liest.

Nordrampe und Südrampe im direkten Vergleich

Beide Seiten führen zum selben Scheitel, verlangen aber unterschiedliche Arbeit. Die Salzburger Nordrampe ist die längere. Sie verteilt den Höhengewinn auf mehrere Stufen mit dazwischenliegenden Flachstücken, in denen sich Motor und Fahrer sortieren können. Die Kehren sind großzügig, die Sicht in die nächste Kurve ist meist frei, der Rhythmus wechselt zwischen Ziehen und Rollen. Aufwärts fährt sich das ausgesprochen gleichmäßig; abwärts ist es die dankbarere Seite, weil die Gefällestrecken immer wieder von flacheren Passagen unterbrochen werden und die Bremsen zwischendurch abkühlen.

Die Kärntner Südrampe nimmt sich weniger Zeit. Sie legt den Höhenunterschied auf kürzerer Distanz zurück, die Kehren folgen dichter, die Radien sind enger, und zwischen den Kurvengruppen bleibt kaum Auslauf. Bergauf verlangt das mehr Gangwechsel und mehr Geduld hinter langsamen Fahrzeugen, weil Überholstrecken kurz sind. Bergab ist es die anspruchsvollere Richtung: Wer die Motorbremse nicht konsequent nutzt, arbeitet auf der Südseite deutlich mehr mit der Anlage als auf der Nordseite. Dazu kommt der Untergrund — die Südrampe liegt schattiger, Feuchtigkeit und Moosbelag am Fahrbahnrand halten sich dort länger.

In der Praxis: Wer die Runde plant, fährt die Nordseite gern hinauf und die Südseite hinunter, wenn er den ruhigeren Anstieg will — oder genau umgekehrt, wenn ihm der schnelle Höhengewinn lieber ist und er die entspanntere Abfahrt sucht.

Anschlussstrecken: Felbertauern, Gerlos und das Maltatal

Genau dafür gibt es drei Achsen im Umfeld, die sich sowohl als Ersatz wie als eigenständige Tagesziele eignen.

Felbertauern

Die Felbertauernstraße verbindet den Pinzgau bei Mittersill mit Matrei in Osttirol und ist die ganzjährig befahrbare Alternative über den Tauernhauptkamm. Der Übergang liegt im Tunnel, deshalb entfällt die Höhenlage als Sperrgrund weitgehend. Sie ist mautpflichtig, aber sie fällt nicht aus, wenn oben Schnee liegt. Fahrerisch ist sie schnell und flüssig statt kurvenreich — eine Verbindungsetappe, keine Genussstrecke. In Kombination mit der Hochalpenstraße ergibt sich daraus die naheliegendste große Runde der Region: hinüber durch den Tunnel, über das Mölltal zurück oder umgekehrt.

Gerlos

Nach Westen führt die Gerlos Alpenstraße vom Oberpinzgau bei Krimml ins Zillertal. Sie ist mautpflichtig, breit ausgebaut, hat lange, gleichmäßige Bögen und einen Aussichtsplatz mit Blick auf die Krimmler Wasserfälle. Charakterlich ist sie das genaue Gegenteil der Glocknerstraße: weniger Höhe, weniger Drama, dafür ein Fahrfluss, der über viele Kilometer trägt. Parallel besteht eine ältere, deutlich steilere und engere Trasse über den Pass — sie ist der interessantere, aber auch mühsamere Weg.

Maltatal

Auf der Kärntner Seite lohnt der Sprung ins Maltatal. Die Hochalmstraße endet als Sackgasse am Kölnbreinspeicher, dessen Staumauer die höchste Österreichs ist. Die Strecke ist mautpflichtig, nur im Sommer offen und fahrerisch fordernd: viele enge Kehren, mehrere unbeleuchtete Tunnel, deutliche Steigung über die gesamte Distanz. Anders als am Glockner fährt man hier kaum im Konvoi. Wer die Hochalpenstraße bereits abgehakt hat und eine zweite Höhenstrecke sucht, findet im Maltatal die ruhigere Variante.

Landschafts-Highlights, die du mit dem Motorrad erreichst

Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit Blick auf den GroßglocknerPasterze-Gletscher unterhalb des Großglockners

Kaiser-Franz-Josefs-Höhe

Aussichtsbalkon direkt gegenüber der Pasterze, dem längsten Gletscher der Ostalpen, über dem sich die Nordseite des Großglockners aufbaut. Der lohnendste Foto-Stopp der ganzen Strecke.

Anfahrt
Über die 8,5 km lange Gletscherstraße, die im südlichen Abschnitt oberhalb von Heiligenblut von der Großglockner-Hochalpenstraße (B107) abzweigt – Sackgasse, dieselbe Strecke wieder zurück.
Motorrad-Parken
Großes Parkhaus und Parkplätze direkt am Balkon; für Motorräder reichlich Stellplatz.
Öffnungszeiten
Frei zugänglich innerhalb der Betriebszeiten der Hochalpenstraße (etwa Anfang Mai bis Anfang November, tagsüber, Nachtsperre).
Höhe/Aussicht
2369 m; Blick auf die Pasterze und die Großglockner-Nordseite (3798 m).

Edelweißspitze

Höchster mit dem Motorrad erreichbarer Punkt der gesamten Hochalpenstraße. Bei klarer Sicht Rundblick über 37 Dreitausender und rund zwanzig Gletscherfelder.

Anfahrt
Kurze Stichstraße (Edelweißstraße) ab dem Fuscher Törl auf der Salzburger Nordrampe; die letzten Kehren mit grobem Kopfsteinpflaster.
Motorrad-Parken
Gipfelparkplatz an der steinernen Aussichtswarte; Motorrad-Stellplätze vorhanden, das Pflaster verlangt beim Rangieren Vorsicht.
Öffnungszeiten
Frei zugänglich innerhalb der Betriebszeiten der Hochalpenstraße.
Höhe/Aussicht
2571 m; höchster befahrbarer Punkt der Strecke.
Hochtor-Tunnel auf 2504 m, höchster Punkt der Passstraße

Hochtor

Der Scheiteltunnel durch den Hauptkamm der Hohen Tauern – zugleich Grenze zwischen Salzburg und Kärnten und höchster Durchfahrtspunkt der Überquerung. Über die historische Passhöhe darüber führte lange vor dem Straßenbau ein Saumweg.

Anfahrt
Direkt an der Großglockner-Hochalpenstraße (B107) zwischen Fuscher Törl und der Südrampe Richtung Heiligenblut.
Motorrad-Parken
Kleine Halteflächen an den Tunnelportalen zum Anhalten und Fotografieren, kein großer Parkplatz.
Öffnungszeiten
Frei zugänglich (Durchfahrt) innerhalb der Betriebszeiten der Hochalpenstraße.
Höhe/Aussicht
Tunnelscheitel 2504 m, historische Passhöhe darüber 2576 m; Landesgrenze Salzburg/Kärnten.

Heiligenblut mit der Wallfahrtskirche St. Vinzenz

Südliches Tor der Hochalpenstraße im oberen Mölltal. Der schlanke spätgotische Kirchturm vor der Großglockner-Kulisse zählt zu den bekanntesten Motiven der Ostalpen.

Anfahrt
Am Südende der Großglockner-Hochalpenstraße (B107), kurz vor bzw. nach der Kärntner Mautstelle.
Motorrad-Parken
Ortsparkplätze in Heiligenblut; von dort wenige Minuten zu Fuß zur Kirche.
Öffnungszeiten
Ort frei zugänglich; die spätgotische Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Vinzenz (erbaut 1460–1491) steht mitten im Ort.
Höhe/Aussicht
Ort 1291 m; Fotomotiv Kirchturm vor dem Großglockner (3798 m).
Fuscher Törl mit dem Großglockner im Hintergrund

Fuscher Törl

Erster großer Aussichtssattel auf der Nordrampe und Abzweig zur Edelweißspitze. Weiter Blick über die umliegenden Dreitausender, klassischer Halt vor der Passüberquerung.

Anfahrt
An der Großglockner-Hochalpenstraße (B107) auf der Salzburger Nordseite, oberhalb der großen Kehrengruppen; hier zweigt die Stichstraße zur Edelweißspitze ab.
Motorrad-Parken
Parkplatz am Sattel mit Gastronomie; Motorrad-Stellplätze direkt am Aussichtspunkt.
Öffnungszeiten
Frei zugänglich innerhalb der Betriebszeiten der Hochalpenstraße.
Höhe/Aussicht
2428 m; Aussichtssattel und Ausgangspunkt der Edelweißstraße.

Passt auch dazu

Motorradtouren

Strecken-Achsen, Bikertreffs & Tankstellen

Ansehen

Anreise

Beste Reisezeit, Wetter & Anfahrt

Ansehen

Werkstatt

Werkstätten, Reifendienst & Notruf

Ansehen

In der Nähe

Benachbarte Motorradregionen – weitere Strecken-Guides aus dem Netzwerk:

Motorrad Tirol über die Felbertauernstraße Motorrad Dolomiten Motorrad Berchtesgaden